Nachfolge von LTE

Der flächendeckende Aufbau des LTE-Netzes in Deutschland ist längst noch nicht abgeschlossen und wird vermutlich noch bis 2015 dauern, dennoch arbeiten die Wissenschaftler schon mit Hochdruck an dem Nachfolger des Mobilfunkstandards der vierten Generation. Die beiden entsprechenden Stichworte sind „LTE+“ und „LTE Advanced“. Vielfach wurde geschrieben, es handele sich bereits um 5G-Verbindungen. Dies ist jedoch falsch.

Die technologischen Grundlagen für die LTE-Nachfolger

Sowohl LTE+ als auch LTE Advanced basieren weiterhin auf der ursprünglichen Technologie des Mobilfunkstandards der vierten Generation. Es handelt sich nur um Erweiterungen, wie es sie auch schon bei UMTS in Gestalt von HSUPA oder HSDPA gegeben hat. Bildlich wird dabei nur der Regionalzug durch einen Intercity getauscht, wenn auch die Schienen (faktisch die Frequenzbänder) identisch bleiben. Auf diese Weise wird die Geschwindigkeit von LTE merklich erhöht. Ziel ist es, dass eine wesentlich höhere Bandbreite bei den Usern ankommt. Die Forscher hoffen auf bis zu 50 MB pro Sekunde – dies allerdings erst für LTE Advanced.

LTE+ geht noch 2013 an den Start

Die Arbeiten an den beiden Nachfolgern von LTE sind dabei schon weiter fortgeschritten als in der Öffentlichkeit häufig kommuniziert wird. Dies liegt hierzulande tatsächlich vor allem an dem schleppenden Ausbau, der dazu führt, dass die meisten Menschen noch nicht einmal LTE bekommen können und sich deshalb noch keine Gedanken um etwaige Nachfolger machen. Schon 2013 wird jedoch LTE+ etabliert werden. Für die User wird dies unmerklich geschehen, denn die Basisstationen bekommen hierfür lediglich ein Software-Update von den Netzbetreibern. Über den Charakter von LTE+ wurde in der Forschung viel gestritten. Einige Wissenschaftler, die an der Entwicklung des ursprünglichen LTE’s beteiligt waren, bezeichnen LTE+ als die eigentliche Vervollständigung von LTE und nicht einmal als Erweiterung. Für andere Forscher handelt es sich um eine deutliche Neuerung. Sie argumentieren mit dem Geschwindigkeitssprung: Der Surfspeed wird sich um bis zu 30 Prozent erhöhen.

LTE Advanced: Der „große“ Nachfolger

Lange wurde LTE+ als LTE Advanced bezeichnet. Dies hat sich allerdings mittlerweile geändert, weil ein anderes Projekt, das wesentlich auch in Deutschland an der TU Dresden vorangetrieben wird, diesen Namen für sich beanspruchen darf. Gemeinsam mit dem texanischen Unternehmen „National Instruments“ arbeitet man dort an einem Mehrantennensystem. Der Arbeitstitel des Projekts lautete noch im Mai 2012 „5G“ und führte zu der missverständlichen Annahme, die LTE-Technologie würde ganz aufgegeben werden. Aus diesem Grund wird in heutiger Zeit meist von LTE Advanced gesprochen. Theoretisch soll durch das Mehrantennensystem eine Downloadgeschwindigkeit von einem Gigabyte pro Sekunde erreicht werden können. Der technische Trick dahinter ist es, die zum Teil riesigen Datenpakete aufzusplitten und in unterschiedlichen Datenströmen zum Empfänger zu leiten, wo sie wieder zusammengefügt werden. An der TU Dresden hofft man, bis zu acht Datenströme zu gleichen Zeit auf diese Reise und an ein Empfangsgerät schicken zu können.