Kritik an LTE

Die Einführung des Mobilfunkstandards der vierten Generation wurde überall auf der Welt mit viel Lob begleitet – allerdings nicht ausschließlich. Schon bald nachdem die ersten Sendemasten online gingen, kam erste Kritik an der Technologie auf. In Deutschland fokussiert sich die Kritik an LTE auf drei Komplexe: Den Tarifdschungel, die Frequenznutzung sowie etwa gesundheitliche Gefährdungen.

Der Tarifdschungel

LTE habe „die unübersichtlichste Tarifstruktur in der Geschichte des Mobilfunks“ hervorgebracht, urteilte im Sommer 2012 ein bekanntes Fachmagazin, dass die Angebote rund um den Mobilfunkstandard der vierten Generation genauer unter die Lupe genommen hatte. Es traf mit diesem Urteil das Gefühl einer Vielzahl von Nutzer. LTE-Tarife sind selten isoliert zu finden, sondern meist in Paketen mit anderen Angeboten. Zudem ist es schwierig, die Angebote, bei denen LTE als DSL-Ersatz fungiert, von denen zu trennen, die für mobile Endgeräte (Smartphone, Tablet) geeignet sind. Noch komplizierter werden die Tarife aller Anbieter, wenn diese nicht nur die Erlaubnis beinhalten, das LTE-Netz zu verwenden, sondern auch die Hardware mitgeliefert wird. Teilweise muss diese direkt bezahlt werden, sie kann aber auch finanziert werden. Diese Unübersichtlichkeit wird noch dadurch befördert, dass die Anbieter die Tarife nicht spezifisch mit LTE kennzeichnen, sondern Begriffe verwenden, die beispielsweise auch DSL-Angebote beschreiben.

Eng verwandt mit dem Tarifdschungel ist auch die Kritik an der Ausbaugeschwindigkeit, die vielfach vorgebracht wird. Insbesondere Personen, die sich mit der Thematik auskennen, bemängeln, dass die Städte zu langsam beliefert werden würden. Dahinter steckt ein Erfahrungswert aus der Zeit der UMTS-Einführung: Je schneller die Versorgung sichergestellt ist, desto eher kümmern sich die Konzerne auch um die Tarife und vereinfachen (und vergünstigen) diese.

Die Frequenznutzung

Sinnbild für die Kritik an der Frequenznutzung von LTE wurde die Präsentation des iPhone 5 von Apple. Dieses kann erstmals auch in Deutschland mit LTE online gehen, allerdings nur, wenn die Frequenz 1800 MHz genutzt wird. Von den drei bisherigen Anbietern Telekom, Vodafone und o2 unterstützt nur der Bonner Magenta-Konzern dieses Band und dies auch nur in den Städten. Ähnliche Kompatibilitätsprobleme gibt es aber auch mit der Hardware anderer Anbieter. Das Problem ist, dass die wenigsten Nutzer wissen, dass LTE über drei unterschiedliche Frequenzbänder arbeitet, die nicht alle von der jeweiligen Hardware unterstützt werden. Noch komplizierter wird der Umstand dadurch, dass es im Ausland auch noch andere Frequenzen gibt, die für LTE verwendet werden. In den USA ist beispielsweise 2100 MHz gängig. Als das iPad der dritten Generation vorgestellt wurde, unterstützte es nur dieses Band. Hierzulande schauten alle LTE-Nutzer in die Röhre.

Das Gesundheitsproblem

Als die ersten LTE-Masten aufgebaut wurden, bemängelten viele Kommunalpolitiker, dass mit diesen enorme Gesundheitsrisiken einhergingen. Die Emissionsbelastung sei viel zu hoch. Zum Teil war diese Kritik allerdings nie ernst zu nehmen: Die Anschuldigungen wurden vorgebracht, bevor überhaupt eine belastbare Messung der Masten durchgeführt worden war. Inzwischen sind entsprechende Schritte unternommen und die gesundheitlichen Aspekte spielen keine große Rolle mehr. Tatsächlich geht mit LTE eine Emissionsbelastung einher, die weit unter den erlaubten Grenzwerten liegt und sogar noch tiefer als von den Anbietern angekündigt ist. Die Kritik an LTE aufgrund der möglichen Gesundheitsproblemen ist deshalb weitgehend verstummt.