Grundlagen zu LTE

Von UMTS zu LTEDas Samsung Galaxy SIII kann es, das iPhone 5 ebenfalls und auch Hersteller wie HTC, Motorola oder Nokia bieten es an – die Rede ist von LTE. Doch was ist das eigentlich, das so beliebt ist, dass in heutiger Zeit kein Smartphone mehr ohne die entsprechende Möglichkeit auf den Markt kommen kann? Nicht wenige Menschen sagen: Die Zukunft des gesamten Internets.

Allgemeine Informationen über LTE

LTE steht für „Long Term Evolution“ und bezeichnet den Mobilfunkstandard der vierten Generation. Ursprünglich handelte es sich bei den drei Worten lediglich um die Projektbezeichnung der zuständigen internationalen Arbeitsgruppe, die allerdings so beliebt wurde, dass man sich schließlich entschied, sie beizubehalten. LTE ist also der Nachfolger von UMTS und kann wesentlich schneller als sein Vorfahre Daten mit dem Internet austauschen. Theoretisch sind bis zu 100 Megabyte pro Sekunde möglich. LTE wäre damit doppelt so schnell wie VDSL 50.

Wie funktioniert LTE?

Das Signal von LTE wird von Sendemasten ausgestrahlt, die in der Regel eine Reichweite von 7,5 Kilometern haben. Allerdings kann man die volle Geschwindigkeit des Mobilfunkstandards nur dann nutzen, wenn man sich höchstens drei Kilometer vom Mast entfernt befindet. Je weiter die Distanz ist, desto geringer wird der Speed, den man nutzen kann. LTE ist dabei vor allem aus zwei Gründen schneller:

  • Der Sendemast ist ein Vermittler zwischen Internet und Empfangsgerät. Wenn das Internet aktiviert wird, kommt es zu Wartezeiten in beiden Richtungen, weil der Sendemast die Anfragen weiterleiten muss. Diese sogenannten „Latenzzeiten“ lagen bei UMTS bei 60 Millisekunden. Bei LTE sinken sie auf zehn Millisekunden.
  • Noch wichtiger ist jedoch die Verwendung der Übertragungsfrequenzen. Ohne zu technisch werden zu wollen, geschieht folgendes: Das Übertragungssignal ist stärker, zeitgleich wird überflüssiger Informationsaustausch eingespart, wodurch die Übertragungskapazitäten ansteigen. Zudem können mehrere Frequenzkanäle zur gleichen Zeit („Multi-Carrier“) verwendet werden. Metaphorisch hat dies das folgende Ergebnis: Wenn die Daten, die getauscht werden sollen, 50 Fahrzeuge sind, die 30 Kilometer zurücklegen müssen, dann stand ihnen bei UMTS dafür eine einspurige Schnellstraße zur Verfügung. Durch LTE wird daraus eine dreispurige Autobahn.

Mit welcher Hardware arbeitet LTE?

Generell arbeitet LTE mit allen Endgeräten, die über die passenden Antennen verfügen. Infrage kommen Router, Surfsticks, Tablets sowie Smartphones. Eine Frage, die dabei immer wieder gestellt wird, lautet: Können ältere Geräte weiterverwendet werden? Die Antwort lautet nein. Da LTE andere Frequenzen verwendet als UMTS, passen die Antennen in den älteren Geräten nicht. Umgekehrt ist die moderne Hardware, die für LTE konzipiert wurde, allerdings abwärtskompatibel und kann auf UMTS umschalten, sollte kein LTE Netz bestehen.

Kann LTE den klassischen DSL Anschluss ersetzen?

Die theoretische Geschwindigkeit von LTE legt nahe, dass der Mobilfunkstandard nicht nur dazu dienen könnte, um mit einem Mobilgerät zu arbeiten, sondern auch um das klassische DSL zu ersetzen. Dies hätte einige Vorteile: So müsste man beispielsweise bei einem Umzug nicht mehr einen neuen Anschluss bestellen und (kostenpflichtig) freischalten lassen, sondern könnte einfach den LTE Empfänger wieder aktivieren. Dies ist vor allem über einen Router möglich, der zudem ein drahtloses Netzwerk etabliert, in das Computer und Mobilgeräte eingebunden werden können. Zudem verfügen die meisten modernen Smartphones und Tablets über eine Hotspotfunktion, durch die sie meist drei bis fünf andere Geräte online bringen können. Allerdings sind die Hotspots noch nicht zu 100 Prozent zuverlässig und eignen sich beispielsweise nicht, um mit einem anderen Gerät größere Downloads durchzuführen. Deshalb ist es empfehlenswert, vor allem auf einen Router zu vertrauen, wenn man DSL durch LTE ersetzen möchte.